Die Sache mit dem Klopapier

“For You. Vor Ort.” Simpel, eingängig und vermeintlich anbiedernd, degradierend sowie auf jeden Fall wider die Regeln der deutschen Sprache. So stellt die Deutsche Sprachwelt zumindest den Claim des Handelsunternehmens Schlecker dar.

Das Ergebnis? Ein Shitstorm aller erster Güte: Alle hacken sie rein – Handelsblatt, Meedia, Financial Times Deutschland und natürlich die Social Media Experten der Republik. Große Erhitzung um … ja, um was eigentlich?

Grundsätzlich mal, um die initiale Reaktion der Schlecker Kommunikation. In einem sehr unglücklich formulierten Antwortschreiben rechtfertigt der Chef der Schlecker Unternehmenskommunikation den seit Anfang 2011 eingesetzten Claim mit dem “niederen bis mittleren Bildungsniveau” seiner “durchschnittlichen Kunden”.

Na und? 60% aller Deutschen haben nun mal weder Hochschulabschluss noch Abi. Warum ist es bösartig oder gemein, genau das zum Anlass für einen eher einfach gestrickten Claim zu nehmen? So ähnlich sieht es wohl auch Schlecker selbst und reagiert im Corporate Blog. Das Thema wird wohl noch einige Tage über die Klowände des Internet gewalzt werden. Persönlich weiß ich nach wie vor nicht, was ich lächerlicher finden soll: die ursprüngliche Einmischung des “Vereins für Sprachpflege”, die unglückliche Antwort des Kommunikationsleiters oder die unsachliche Diskussion die sich darüber entzündet hat?

Ich habe einen Schlecker direkt vor meiner Haustür. “For Me. Vor Ort.” quasi, verstehe ich eigentlich sehr gut. Ob das an meinem Hochschulabschluss liegt? Ich denke, nicht. Aber wer schon mal am Klo saß und ganz dringenden Klopapier brauchte, hat sicher ebenfalls die Zweckmäßigkeit des Claims herausgefunden. Vor Gott und am Klo sind wir alle gleich. Da sinkt auch die Bedeutung des Bildungsniveaus recht schnell auf die Bedeutung von … was auch immer eben bei euch im Klo landet. Ein Shit-Stürmchen, dass ausnahmsweise mal diesen Namen auch verdient.

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